Delattinia News

Wiederfund des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum) im Moosbruch bei Scheiden

Datum: 

09.08.2017

Ort: 

Moosbruch bei Scheiden
Bestand des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum) im Moosbruch. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017
Bestand des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum). Moosbruch bei Scheiden. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017
Dichter Fichtenjungwuchs im Moosbruch bei Scheiden
Dichter Fichtenjungwuchs im Moosbruch bei Scheiden. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017

Das Moosbruch bei Scheiden, das sich im Quellbereich des Lannenbaches vom Saarland bis in die Region Trier hinein ausdehnt,  hat sich in der Vergangenheit durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen ausgezeichnet. Aus Mitte der 1980er Jahre waren von dort beispielsweise Vorkommen der Zweinervigen Segge (Carex binervis) und des Moorglöckchens (Wahlenbergia hederacea) bekannt. Von 1983 bis mindestens 1990 konnte im saarländischen Teil des Moosbruchs auch Lycopodium annotinum beobachtet werden, die einzige damals bekannte Stelle im Bundesland. Sturmwürfe, Aufforstung und Sukzession in dem mit Entwässerungsgräben durchzogenen Moor haben den Lebensraum zwischenzeitlich stark verändert, so dass Mitte der 2000er Jahre keine Nachweise des Sprossenden Bärlapps mehr gelang.  Die Art gilt in der Roten Liste (Schneider et al.  2008) für das Saarland als verschollen.

Im Rahmen der Neuinventarisierung der Fundstellen des Moorglöckchens im saarländischen Teilareal habe ich auch Lannenbach-Quellgebiet und das Moosbruch besucht. Seit meiner letzten Untersuchung der Fläche hat sich dort vieles verändert. Das Moosbruch - zumindest der untere, saarländische Teil - ist heute dicht mit Fichten bestanden, offen Bereiche fehlen vollständig. Nach Wahlenbergia, die in geschlossenen Waldgebieten lichtdurchflutete offene Bachläufe oder offene Stellen wie Hirschsuhlen in Bruchgebieten als Lebensraum benötigt, sucht man dort heute vergeblich. Umso erfreulicher war jedoch der erneute Nachweis von Lycopodium annotinum. Die Art konnte ich in einem Fichtenjungwuchs im saarländischen Teil des Moosbruchs auf einer ca. 3 x 3 m große Fläche beobachten. Der vital wirkende Bestand war allerdings steril, nach Sporophyllständen habe ich vergeblich gesucht.

Karte

Autor(en): 

Th. Schneider

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Aktuelle Bestandssituation des Königsfarns (Osmuna regalis) im Rotenbachquellgebiet und Schuster-Hannes-Bruch bei Bergen

Datum: 

27.07.2017

Ort: 

Bergen, Rotenbach, Schuster-Hannes-Bruch
Junger Königsfarn (Osmunda regalis) im Quellgebiet des Rotenbachs. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Junger Königsfarn (Osmunda regalis) im Quellgebiet des Rotenbachs. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Königsfarn (Osmunda regalis) mit fertilen Wedeln im Schuster-Hannes-Bruch. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Königsfarn (Osmunda regalis) mit fertilen Wedeln im Schuster-Hannes-Bruch. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017

Wir waren am 27. Juli 2017 wieder an den Königsfarnstellen im Rotenbachquellgebiet und Schuster-Hannes-Bruch N Bergen, über die bereits in den News vom 15. September 2016, 27. Juli 2015 und 3. August 2012 bereichtet wurde

Im umzäunten Bereich am Oberen Rotenbach wachsen in diesem Jahr 7 Königsfarn-Stöcke, demnach 3 Stöcke mehr als im letzten Jahr. Ihre Wuchsstellen wurden in einer Skizze festgehalten, um sie jederzeit wieder zu finden. Von jedem Stock wurde die Wedelzahl notiert und der längste Wedel jedes Stocks vermessen, um den künftigen jährlichen Zuwachs zu erkennen. Alle 7 Stöcke sind in diesem Jahr steril.

Im Schuster-Hannes-Bruch wachsen an der westlichsten, am längsten bekannten Stelle, im Zaun 4, außerhalb des Zauns 2 Stöcke. Die längsten Wedel sind 1.20 m lang. Im Zaun sind 3 Wedel fertil. Die fertilen Fieder sind schon abgestorben, braun, die Sporangien geöffnet und die Sporen entlassen. Zum Photographieren dürfte sich die Zeit zwischen 15. und 20 Juni am besten eignen.

Im nördlichen Bereich wachsen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Zauns jeweils 10 Stöcke, die längsten Wedel innerhalb des Zauns 1.40 m, außerhalb des Zauns 1.10 m. Insgesamt sind in diesem Bereich 10 Wedel fertil.

Der Grund, warum nicht alle Stöcke eingezäunt wurden, ist der, dass wir beobachten wollen, ob das Rotwild den Königsfarn regelmäßig verbeißt oder ob der Verbiss, den wir im Juli 2015 festgestellt hatten, ein einmaliges Ereignis war. Sobald wir feststellen sollten, dass wieder verbissen wird, werden alle Stöcke eingezäunt und bleiben umzäunt!

Die Königsfarn-Stöcke im östlichen Bereich stehen alle im Zaun. Überraschenderweise sind sie schon abgestorben. Um sie herum haben sich allerdings eine ganze Reihe hoher Gefäßpflanzen angesiedelt, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass diese Stöcke so früh abgestorben sind. Diese Gefäßpflanzen werden noch in diesem Jahr zurück geschnitten, in der Hoffnung, dass die Königsfarne im kommenden Jahr hier wieder austreiben.

 

Insgesamt ist die Situation der Königsfarne in beiden geschilderten Bereichen sehr erfreulich.

 

Die Mondraute (Botrychium lunaria) bei Bergen

Datum: 

18.05.2017

Ort: 

Südlich Bergen

Während einer gemeinsamen Exkursion konnte die vor zwei Jahren von Friedolin Arweiler neu gefundene Population der Mondraute (Botrychium lunaria) bestätigt werden. In einer sehr extensiv genutzten Viehweide wurden 6 Exemplare der seltenen Farnpflanze gefunden. Sie wuchsen in einer submontanen Magerwiese mit Übergängen zum Borstgrasrasen verteilt auf einer Fläche von ca. 3 x 3 Metern.

Aproceros leucopoda (Hymenoptera: Argidae) hat das Saarland erreicht.

Datum: 

18.09.2016

Die aus Ostasien stammende Zick-Zack-Ulmenblattwespe Aproceros leucopoda wird seit 2003 in Europa beobachtet. Sie wurde möglicherweise mit Pflanzenmaterial eingeschleppt und breitet sich seither rasant aus (BLANK et al. 2010, mit Nachweiskarte für Europa). Die Larven der Blattwespe fressen an Ulmen, wobei diese nach Beobachtungen in Rumänien und Ungarn über 75% ihrer Blätter verlieren können.

Vor dem Hintergrund des Ulmensterbens (Dutch Elm Disease), das seit Anfang der 1920er Jahre und dann erneut in einer zweiten Welle seit Ende der 1960er Jahre mit noch aggressiveren Stämmen des Pilzes Ophiostoma ulmi die Ulmenbestände in Europa beträchtlich reduziert hat, könnte hierdurch also eine neue und zusätzliche Gefährdung für die Ulme entstehen.
 
2011 meldeten KRAUS et al. zwei einzelne Vorkommen von der A3 in der Nähe von Passau in Bayern. 2013-2014 folgten weitere Beobachtungen, diesmal aus Ostdeutschland (Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Sachsen-Anhalt) (BLANK et al. 2014, mit Nachweiskarte für Deutschland).

Am 18.09.2016 fand ich beim Absuchen der Blätter einer Berg-Ulme (Ulmus glabra) nach Blattminierern und Gallenbildnern zahlreiche Hymenopteren-Larven mit auffälliger, t-förmiger Zeichnung an den vorderen Beinpaaren, aber ansonsten unscheinbarer grüner Färbung.
Der befallene Baum steht am Nordrand einer schon älteren Aufforstungsfläche am Weltersberg nördlich von Piesbach (6.798127 E, 49.414686 N  ->Artenliste).

Meine Aufmerksamkeit wurde anfangs jedoch auf weitere Hymenopteren-Larven an den gleichen Bäumen gelenkt, die ein deutlich bunteres Aussehen hatten (Foto 3).

Wie sich dann zu Hause bei der Fotoauswertung herausstellte, war aber die unscheinbare, kleine Larve am leichtesten zu identifizieren. Die Bildersuche im Internet mit den Schlüsselwörtern "Hymenopteren-Larve an Ulmus" erbrachte sofort ein brauchbares Ergebnis, zumal ich auch Fotos der Fraßspuren gemacht hatte.

Es handelt sich danach um die invasive Art Aproceros leucopoda, die in Südwestdeutschland wohl bisher noch nicht nachgewiesen wurde. Die bunte Art war dagegen nicht eindeutig zu identifizieren, da die gefundenen Bilder im Internet auf eine gewisse Variationsbreite des Aussehens, möglicherweise aber auch auf Fehlbestimmungen, hindeuten. Ich habe sie (mit beträchtlichem Zweifel) als Nematus melanocephalus in meine Bilderdatei aufgenommen.
Gleich am nächsten Tag (19.09.2016) habe ich das Quellgebiet des Piesbachs nochmals aufgesucht, da ich von früheren Besuchen des Gebietes her wußte, dass am Südrand der besagten Aufforstungsfläche weitere Ulmen stehen. Tatsächlich waren auch die meisten Bäume dort, im übrigen Feldulmen (Ulmus minor) und nicht Bergulmen wie am Nordrand, von Aproceros-Larven befallen. Weitere Larven von N. melanocephalus fand ich dort keine.

 

Literatur: 

Kraus, M., Liston, A.d. & Taeger, A. (2012): Die Invasive Zick-Zack-Ulmenblattwespe Aproceros leucopoda Takeuchi, 1939 (Hym., Argidae) in Deutschland. - DGaaE Nachrichten 25[2011](3): 117-119. (pdf-Download)
Blank, S.M., Hara, H., Mikulás, J., Csóka, G., Ciornei, C., Constantineanu, R., Constantineanu, I., Roller, L., Altenhofer, E., Huflejt, T. & Vétek, G. (2010): Aproceros leucopoda (Hymenoptera: Argidae): An East Asian pest of elms (Ulmus spp.) invading Europe. - European Journal of Entomology 107: 357–367. (pdf-Download)
Blank, S.M., Köhler, T., Pfannenstill, T., Neuenfeldt, N., Zimmer, B., Jansen, E., Taeger, A. & Liston, A.D. (2014): Zigzagging Across Central Europe: Recent Range Extension, Dispersal Speed And Larval Hosts Of Aproceros leucopoda (Hymenoptera, Argidae) in Germany. - Journal of Hymenoptera Research 41: 57–74. doi: 10.3897/JHR.41.8681 (pdf-Download)

Autor(en): 

A. Staudt

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Neues vom Königsfarn, Osmunda regalis, im Oberen Rotenbachtal und im Schuster-Hannes-Bruch N Bergen

Datum: 

15.09.2016

Ort: 

Oberes Rotenbachtal und Schuster-Hannes-Bruch N Bergen

Am 15.09.2016 haben wir uns mit den beiden für das o.g. Gebiet zuständigen Förstern getroffen.
Herr Hans Reinert ist Revierförster des Staatsforstes Forsthaus Klink, SW Waldweiler, Rheinland-Pfalz, und betreut zusätzlich einen Privatwald, zu dem sowohl das Schuster-Hannes-Bruch, Bergener Bann, Saarland, als auch der zu Rheinland-Pfalz gehörende in Fließrichtung rechte Ufer- und Waldbereich des Oberen Rotenbachs gehören.
Herr Ralf Simon ist Förster des Gemeindeforstes Losheim und ist zuständig für den saarländischen Teil des Oberen Rotenbach-Gebiets.

Herr Simon hatte bereits im Herbst 2015 veranlasst, dass die vier Königsfarnstöcke am Rotenbach auf saarländischer Seite großzügig eingezäunt wurden, sodass in Zukunft ein Wildverbiss auszuschließen ist (siehe Bericht vom 27.07.15).
Heute sind diese vier Stöcke noch da, an einem Stock sind fertile Blattfiedern zu erkennen. Die Sporangien waren am 15. September jedoch schon lange aufgerissen und die Sporen entlassen. Alle vier Stöcke sind mit Stangen markiert und ihr Zuwachs wird von Jahr zu Jahr beobachtet. Nachsuchen nach weiteren Königsfarnstöcken in diesem Gebiet am Rotenbach am 15.09. und am 06.10.16 brachten leider keine zusätzlichen Pflanzen. Die Nachsuche wird jedoch im kommenden Jahr noch gründlicher und weiträumiger wiederholt.
Bei der Exkursion am 06.10.15 fiel auf, dass in Nachbarschaft des Zauns mit den Königsfarnstöcken viele Frauenfarn- (Athyrium filix-femina) und Bergfarn-Horste (Thelypteris limbosperma) vom Wild, höchstwahrscheinlich Rotwild, fast bis zur Wedelbasis abgeäst worden waren. Da man im Allgemeinen davon ausgeht, dass Farne vom Wild verschmäht werden, ist diese Beobachtung eher ungewöhnlich und zeigt noch einmal, wie wichtig der Zaun zum Schutz der Königsfarne ist.
In diesem Gebiet gibt es im Fichtenhochwald sowie am Rotenbach unter Schwarzerlen Waldmoorflächen mit großräumigen Torfmoosdecken. Eine erste Überprüfung ergab 7 Arten: Sphagnum palustre, S. denticulatum und S. fallax als Hauptarten, dazu S. inundatum, S. girgensohnii, S. russowii und S. subnitens. Eine noch genauere Suche im kommenden Jahr ist vorgesehen.

Im Schuster-Hannes-Bruch hatte Herr Reinert die im vorigen Jahr gefundene Königsfarn-Gruppe mit seinen Mitarbeitern ebenfalls noch im letzten Herbst eingezäunt (Foto 1). Später hatte er im Nordosten des Bruchs zwei weitere Königsfarn-Gruppen nah beieinander entdeckt. Eine Gruppe besteht aus 14 Einzelhorsten, die zweite aus 7 Horsten.

Bei der Exkursion am 06.10.16 wurde dann bei einer genaueren Nachsuche noch eine weitere Gruppe mit 3 Horsten im Osten des Bruchs gefunden. Alle Pflanzen werden noch bevor sie einziehen großzügig eingezäunt. Auch bei einigen Königsfarnpflanzen im Schuster-Hannes-Bruch wurden am 15.09. und am 06.10. vereinzelt fertile Abschnitte mit vertrockneten Sporangien gefunden.

An dieser Stelle sei den beiden Förstern und ihrem Team herzlich für ihre Arbeit gedankt!

Am 15.09. führte uns Herr Reinert dann noch im rheinland-pfälzischen Teil seines Reviers zu einem mehr als zwei Meter hohen fertilen Königsfarnstock (Foto 2) mit etwa 1,5-2 Meter Grundfläche, den er seit mehr als 30 Jahren kennt und an dem er bisher nie Wildverbiss gesehen hat, obwohl direkt daneben eine Hirschsuhle ist.
So bietet die Natur immer wieder schwer erklärbare Überraschungen!

Wir werden die Königsfarne im Rotenbachtal und im Schuster-Hannes-Bruch jetzt über die nächsten Jahre im Auge behalten und hoffen, dass damit das, soweit bekannt, einzige rezente Vorkommen dieses atlantischen Farns im Saarland bis auf Weiteres erhalten bleibt.
Seitens der Naturschutzabteilung des saarländischen Umweltministeriums wurde die Gesamtbetreuung und Koordinierung des Projekts von Herrn Dr. Steffen Caspari übernommen.

Sollten sich künftig interessante Neuigkeiten zu den Königsfarnen ergeben, werden wir an dieser Stelle weiter berichten.

 

Autor(en): 

R. Mues und U. Heseler

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Nachweis des Sand-Wegerichs (Plantago arenaria) in Schiffweiler

Datum: 

07.08.2015

Ort: 

Schiffweiler

Der Sand-Wegerich ist eine eher (süd-) osteuropäisch verbreitete Art, die in Deutschland v.a. im Osten, daneben in einem zweiten Schwerpunkt im nördlichen Teil der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Rastatt und Bingen vorkommt. Über weite Teile Deutschlands sind zerstreute, unbeständige Nachweise bekannt (NETPHYD & BFN). Der Sand-Wegerich ist ein Therophyt mit natürlichem Vorkommen auf sonnigen, mäßig trockenen, meist basischen, höchstens mäßig nährstoffreichen, lockeren Sandböden. Außerhalb der Gebiete, in denen entsprechende Primärstandorte vorkommen, tritt er daher typischerweise als Ruderalpflanze auf.

Im Saarland liegen bislang Nachweise aus 4 MTB-Quadranten ausschließlich aus dem südlichen Landesbereich vor, wo er auf Ruderalflächen der Montanindustrie und Bahnanlagen auftritt.

Am 07.08.2015 fand ich eine blühende Pflanze im Bereich einer in den letzten Jahren errichteten Windenergieanlage zwischen Schiffweiler und Ottweiler (Minutenfeld 6608/214, Gauß-Krüger-Koordinaten: 2583173, 5472547). Das Umfeld der Anlage wird bestimmt durch Ackerflächen mit aktuell unterschiedlicher Nutzung (Getreide, Zwischenfrucht, Brache). Dazu kommen eingriffsbedingt zahlreiche Offenboden- (Böschungen etc.) bzw. Schotterflächen.

Standort der Pflanze war eine Ackerfläche mit Kleegras-Einsaat, die aufgrund der extremen Trockenheit im Sommer 2015 nur sehr kümmerlich aufgewachsen war und in der daher auch zahlreiche Arten der Ackerbegleit- und Ruderalflora einen Platz fanden, darunter auch ein einzelnes Exemplar des Sand-Wegerichs.

Eine kurze Suche nach weiteren Pflanzen im Umfeld blieb ergebnislos. Auffallender Begleiter in diesem Teil der Ackerfläche war der Hasen-Klee (Trifolium arvense), der ähnliche, jedoch eher basenarme Standorte wie der Sand-Wegerich besiedelt.

Karte

Literatur: 

NETZWERK PHYTODIVERSITÄT DEUTSCHLAND E.V. (NETPHYD) & BUNDESAMT FÜR NATURSCHUTZ (BFN) (Hrsg.) (2013): Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands, 912 S., Bonn-Bad Godesberg.

Autor(en): 

A. Zapp

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Wieder Osmunda-Stöcke im Schusterhannes-Bruch nördl. Bergen

Datum: 

27.07.2015

Ort: 

Schuster-Hannes-Bruch N Bergen

Wie Aloys Staudt in einem News-Beitrag am 3. August 2012 geschrieben hatte, soll der Bestand des Königsfarns (Osmunda regalis) im Schuster-Hannes-Bruch zwischen Bergen und Scheiden erloschen sein.

Am 27. Juli waren Christine Zehren, Winfried Minninger und ich auf der Suche nach Wahlenbergia hederacea auch am Losheimer Bach und am Rotenbach und sind dann vom Quellgebiet des Rotenbachs noch in das Schuster-Hannes-Bruch oberhalb, nördlich, des dort angelegten Weihers gegangen, um mal nach dem Königsfarn zu sehen. Vorher hatten wir im Quellgebiet des Rotenbachs bei den Gauss-Krüger-2-Koordinaten 2551170; 5490694 sowie 2551163; 5490676 je zwei kleine sterile Stöcke des Königsfarns entdeckt, im Torfmoos wachsend, zusammen mit Viola palustris, Polygonatum verticillatum, Blechnum spicant, Carex echinata, Equisetum sylvaticum und Thelypteris limbosperma.
Im Schuster-Hannes-Bruch haben wir dann etwa 10 Stöcke des Königsfarns gefunden, allerdings alle ziemlich lädiert durch Wildverbiss und deshalb auch ohne Sporangien. Koordinaten: 2551484; 5490625; dabei Pteridium aquilinum, Scutellaria galericulata, Juncus effusus, Juncus acutiflorus und ganz in der Nähe reichlich Hydrocotyle vulgaris.

Wenn der Naturschutz es für wichtig hält, diesen Bestand zu erhalten, dann muss Folgendes gemacht werden:

  • Der Bestand muss gegen Wildverbiss eingezäunt werden.
  • Die Entwässerungsgräben müssen zugeschüttet werden, das Bruch ist schon ziemlich trocken und steht voll mit Molinia caerulea
  • Die umgebenden Hochstauden sollten ein- oder zweimal im Jahr zurückgeschnitten werden. 

Ich bin sicher, dass sich der Bestand danach erholen wird.

Die 4 kleinen Pflanzen im Quellgebiet des Rotenbachs könnte man auch einzäunen, dann wäre man sicher, dass sie nicht abgefressen werden. Es ist zu vermuten, dass man bei genauer Suche in diesem Gebiet vielleicht noch mehr kleine Osmunda-Stöcke findet.

Karte

Zweiter Nachweis der Ritterwanze Lygaeus equestris im Saarland

Datum: 

10.07.2015

Ort: 

Campus der Universität in Saarbrücken

Fünf Jahre nach dem Erstfund der Ritterwanze von Aloys Staudt in Honzrath gelang der zweite Nachweis im Saarland. Das weibliche Einzelexemplar saß auf einem Blatt einer Gemeinen Hasel (Corylus avellana) am südwestlichen Rand des Campus der Universität in Saarbrücken, am Fußweg neben einer Ruderalfäche. Auch hier sind die Fundumstände ungewöhnlich, da keine der aus der Literatur bekannten Nahrungspflanzen in der Nachbarschaft wachsen.

Erster Fund eines Männchens der Springspinne Carrhotus xanthogramma im Saarland

Datum: 

10.05.2015

Ort: 

Düppenweiler Wiesen

Die Springspinne Carrhotus xanthogramma, in Frankreich hat die Art den Trivialnamen "Saltique carotte", ist in Deutschland nur für 37 Meßtischblattraster belegt (Nachweiskarte). Das sind gerade einmal 1 % der bundesdeutschen Raster, oder mit anderen Worten, die Art ist in ihrer Häufigkeit als "sehr selten" bis "extrem selten" zu klassifizieren. Die Mehrzahl der Fundmeldungen stammt aus typischen  Wärme- und Trockengebieten. Aber auch dort ist die Art keineswegs viel häufiger. Ausnahme ist vielleicht das Trockengebiet um Mainz und Rheinhessen, wo die Nachweisdichte signifikant höher liegt. Lediglich 6 der deutschen Fundmeldungen stammen aus der Zeit vor 1990. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Art in den letzten 25 Jahren häufiger geworden ist. Viele der aktuellen Fundmeldungen stammen jedoch von Naturfreunden, die heute im Zeitalter des Internets, viel mehr Möglichkeiten haben ihre Beobachtungen "an den Mann zu bringen" als es vor 30 Jahren der Fall war. Eine direkte Vergleichbarkeit der beiden Zeiträume ist somit eigentlich nicht gegeben. 

Überschaubarer ist die Situation im Saarland. Der Autor hat hier im Zeitraum zwischen 1990 und 2010 ca. 4200 Aufsammlungen, vor allem mit Barberfallen und Klopfschirm, durchgeführt und dabei Carrhotusniemals nachweisen können. Auch bei zahlreichen Exkursionen in die Wärmegebiete an Mosel und Nahe, sowie nach Lothringen, wurde die Art nur zweimal beobachtet:

  •  W Duchroth (Nahe),Trockenrasen,17.05.2008, 1 Männchen, obs. A. Staudt & B. Dennemärker
  • NE Euvezin (Rupt de Mad), Côte Bourot, Pelouses semi-sèches, 20.05.2014, 1 Männchen, obs. A. Staudt & B. Dennemärker 

 Der Fund bei Euvezin war zugleich der Erstfund für ganz Lothringen (STAUDT 2015).  Nach LE PERU (2007) sind für das Département Meurthe-et-Moselle 24 Spinnenarten bekannt, für das Département Meuse 5 Arten, für das Département Moselle 92 Arten und für das Département Vosge 34 Spinnenarten. Wenn man berücksichtigt, dass mit einer einzigen, intensiv durchgeführten Aufsammlung bereits 40-60 Arten nachzuweisen sind, muss die Datenlage in Lothringen allerdings als sehr schlecht eingeschätzt werden. 

Am 10. Mai 2015  konnte ich bei Düppenweiler ein Männchen beobachten, wie es in einem südexponierten Waldsaum am Rande des Natura 2000-Gebietes "Düppenweiler Wiesen" in Kopfhöhe von Blatt zu Blatt sprang. Dies ist aber nicht der Erstfund fürs Saarland, denn wie sich bereits bei den Recherchen zum lothringer Fund im Vorjahr ergab, wurde bereits am 02.05.2008 ein Weibchen bei Rissenthal fotographiert (Heiko Nier, www.matzlpage.de). 

Literatur: 

LE PERU, B. (2007): Catalogue et répartition des araignées de France. - Revue Arachnologique, Tome 16, 468 S..

STAUDT, A. (2015): Zur Bedeutung der Trockenhänge an Maas und Mosel für die Wanderung thermophiler Spinnenarten über Lothringen in die Saar-Region (Arachnida: Araneae). - Abh. DELATTINIA 40: 1-46.

Autor(en): 

A. Staudt

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Erster Nachweis der Gelechiidae Syncopacma polychromella (REBEL, 1902) in Deutschland

Datum: 

05.05.2015

Ort: 

Kohlenbösch, Perl-Sehndorf

Der neueste Fund einer für Deutschland neuen Lepidopterenart aus dem Saarland stammt aus dem Kohlenbösch bei Perl-Sehndorf, unmittelbar neben dem schönsten saarländischen Bestand vom Blauroten oder Purpurblauen Steinsamen (Buglossoides purpurocaerulea = Lithospermum purpureocaeruleum).

Der schöne und unverwechselbare Falter aus der Gattung Syncopacma ist im Mediterraneum eine weit verbreitete Art und wurde im Mitteleuropa bisher lediglich aus der Steiermark (HABELER, 1997) und aus Osttirol (St. Johann, Oblass, Steinbruch, 850 m, 7.5.2003) gemeldet, wobei die Bodenständigkeit angezweifelt wird.
Eine Futterpflanze wird in der Literatur nicht angegeben (siehe auch Lepiforum).

Dem Autor ist die Art von den Kanaren und aus Spanien bekannt, wo er sie immer auf oder in der Nähe von Echium am Tag gefunden hat. Die Suche nach Fraßspuren der Raupen am Blauroten Steinsamen könnte zum ersten Mal eine Raupennahrungspflanze sowie auch die Bodenständigkeit der Art dokumentieren.

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