Delattinia News

Fund eines Bierschnegels

Datum: 

11.04.2018

Ort: 

Stadtmitte Blieskastel
Bierschnegel (Limacus flavus)
Bierschnegel (Limacus flavus) Foto: Anita Naumann

Am 11. April 2018 fand ich auf einem Spaziergang durch Blieskastel eine grünlich gefärbte Nacktschnecke. Da ich solch ein Exemplar noch nie gesehen hatte, fotografierte ich sie, konnte sie aber nicht abschließend identifizieren.

Erst kürzlich konnte ich meine Bestimmung durch Steffen Caspari und Carsten Renker bestätigen lassen: es handelte sich um einen Bierschnegel (Limacus flavus) deutschlandweit in der Roten Liste als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird und dessen Gefährdung im Saarland ähnlich einzustufen sein wird.

Die Art ist überwiegend nachtaktiv und kommt meist in alten, feuchten Kellern vor.

Autor(en): 

Anita Naumann

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Wiederfund des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum) im Moosbruch bei Scheiden

Datum: 

09.08.2017

Ort: 

Moosbruch bei Scheiden
Bestand des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum) im Moosbruch. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017
Bestand des Sprossenden Bärlapps (Lycopodium annotinum). Moosbruch bei Scheiden. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017
Dichter Fichtenjungwuchs im Moosbruch bei Scheiden
Dichter Fichtenjungwuchs im Moosbruch bei Scheiden. Foto: Th. Schneider, 09.08.2017

Das Moosbruch bei Scheiden, das sich im Quellbereich des Lannenbaches vom Saarland bis in die Region Trier hinein ausdehnt,  hat sich in der Vergangenheit durch das Vorkommen zahlreicher seltener und gefährdeter Farn- und Blütenpflanzen ausgezeichnet. Aus Mitte der 1980er Jahre waren von dort beispielsweise Vorkommen der Zweinervigen Segge (Carex binervis) und des Moorglöckchens (Wahlenbergia hederacea) bekannt. Von 1983 bis mindestens 1990 konnte im saarländischen Teil des Moosbruchs auch Lycopodium annotinum beobachtet werden, die einzige damals bekannte Stelle im Bundesland. Sturmwürfe, Aufforstung und Sukzession in dem mit Entwässerungsgräben durchzogenen Moor haben den Lebensraum zwischenzeitlich stark verändert, so dass Mitte der 2000er Jahre keine Nachweise des Sprossenden Bärlapps mehr gelang.  Die Art gilt in der Roten Liste (Schneider et al.  2008) für das Saarland als verschollen.

Im Rahmen der Neuinventarisierung der Fundstellen des Moorglöckchens im saarländischen Teilareal habe ich auch Lannenbach-Quellgebiet und das Moosbruch besucht. Seit meiner letzten Untersuchung der Fläche hat sich dort vieles verändert. Das Moosbruch - zumindest der untere, saarländische Teil - ist heute dicht mit Fichten bestanden, offen Bereiche fehlen vollständig. Nach Wahlenbergia, die in geschlossenen Waldgebieten lichtdurchflutete offene Bachläufe oder offene Stellen wie Hirschsuhlen in Bruchgebieten als Lebensraum benötigt, sucht man dort heute vergeblich. Umso erfreulicher war jedoch der erneute Nachweis von Lycopodium annotinum. Die Art konnte ich in einem Fichtenjungwuchs im saarländischen Teil des Moosbruchs auf einer ca. 3 x 3 m große Fläche beobachten. Der vital wirkende Bestand war allerdings steril, nach Sporophyllständen habe ich vergeblich gesucht.

Karte

Autor(en): 

Th. Schneider

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Aktuelle Bestandssituation des Königsfarns (Osmuna regalis) im Rotenbachquellgebiet und Schuster-Hannes-Bruch bei Bergen

Datum: 

27.07.2017

Ort: 

Bergen, Rotenbach, Schuster-Hannes-Bruch
Junger Königsfarn (Osmunda regalis) im Quellgebiet des Rotenbachs. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Junger Königsfarn (Osmunda regalis) im Quellgebiet des Rotenbachs. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Königsfarn (Osmunda regalis) mit fertilen Wedeln im Schuster-Hannes-Bruch. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017
Königsfarn (Osmunda regalis) mit fertilen Wedeln im Schuster-Hannes-Bruch. Foto: B. Freiheit, 27.07.2017

Wir waren am 27. Juli 2017 wieder an den Königsfarnstellen im Rotenbachquellgebiet und Schuster-Hannes-Bruch N Bergen, über die bereits in den News vom 15. September 2016, 27. Juli 2015 und 3. August 2012 bereichtet wurde

Im umzäunten Bereich am Oberen Rotenbach wachsen in diesem Jahr 7 Königsfarn-Stöcke, demnach 3 Stöcke mehr als im letzten Jahr. Ihre Wuchsstellen wurden in einer Skizze festgehalten, um sie jederzeit wieder zu finden. Von jedem Stock wurde die Wedelzahl notiert und der längste Wedel jedes Stocks vermessen, um den künftigen jährlichen Zuwachs zu erkennen. Alle 7 Stöcke sind in diesem Jahr steril.

Im Schuster-Hannes-Bruch wachsen an der westlichsten, am längsten bekannten Stelle, im Zaun 4, außerhalb des Zauns 2 Stöcke. Die längsten Wedel sind 1.20 m lang. Im Zaun sind 3 Wedel fertil. Die fertilen Fieder sind schon abgestorben, braun, die Sporangien geöffnet und die Sporen entlassen. Zum Photographieren dürfte sich die Zeit zwischen 15. und 20 Juni am besten eignen.

Im nördlichen Bereich wachsen sowohl innerhalb als auch außerhalb des Zauns jeweils 10 Stöcke, die längsten Wedel innerhalb des Zauns 1.40 m, außerhalb des Zauns 1.10 m. Insgesamt sind in diesem Bereich 10 Wedel fertil.

Der Grund, warum nicht alle Stöcke eingezäunt wurden, ist der, dass wir beobachten wollen, ob das Rotwild den Königsfarn regelmäßig verbeißt oder ob der Verbiss, den wir im Juli 2015 festgestellt hatten, ein einmaliges Ereignis war. Sobald wir feststellen sollten, dass wieder verbissen wird, werden alle Stöcke eingezäunt und bleiben umzäunt!

Die Königsfarn-Stöcke im östlichen Bereich stehen alle im Zaun. Überraschenderweise sind sie schon abgestorben. Um sie herum haben sich allerdings eine ganze Reihe hoher Gefäßpflanzen angesiedelt, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass diese Stöcke so früh abgestorben sind. Diese Gefäßpflanzen werden noch in diesem Jahr zurück geschnitten, in der Hoffnung, dass die Königsfarne im kommenden Jahr hier wieder austreiben.

 

Insgesamt ist die Situation der Königsfarne in beiden geschilderten Bereichen sehr erfreulich.

 

Die Mondraute (Botrychium lunaria) bei Bergen

Datum: 

18.05.2017

Ort: 

Südlich Bergen

Während einer gemeinsamen Exkursion konnte die vor zwei Jahren von Friedolin Arweiler neu gefundene Population der Mondraute (Botrychium lunaria) bestätigt werden. In einer sehr extensiv genutzten Viehweide wurden 6 Exemplare der seltenen Farnpflanze gefunden. Sie wuchsen in einer submontanen Magerwiese mit Übergängen zum Borstgrasrasen verteilt auf einer Fläche von ca. 3 x 3 Metern.